Thursday, July 5, 2012

Auswahl und Implementierung von Cloud Management Software – Die Königsdisziplin im Rahmen der Cloud-Planung


Um die Komplexität einer Cloud-Umgebung beherrschbar zu machen und diese während der Betriebsphase optimal zu steuern und auszulasten, bedarf es entsprechender Administrations- und Verwaltungswerkzeuge. Diese hier als „Cloud Management“ bezeichneten Softwarelösungen, übernehmen eine zentrale Schnittstellenfunktion zwischen Hardware-, Middleware- und Softwarekomponenten und stellen einen wesentlichen Teil der Intelligenz einer Cloud-Umgebung dar. Nur mit ihnen lassen sich die verschiedenen Hard- und Softwarekomponenten effizient, sicher und benutzerfreundlich implementieren und steuern. Dabei unterscheiden sich die am Markt befindlichen Lösungen hinsichtlich Integrationstiefe, Administrationslogik, Funktionsvielfalt, Schnittstellenmanagement, Nutzermanagement, Sicherheitskonzept und anderen Kriterien.

Die folgende Bewertung konzentriert sich ausschließlich auf Cloud Management-Lösungen, die als Software durch die Kunden lizensiert und zur Steuerung individueller Cloud-Implementierungen auf Kunden- oder Providerseite genutzt werden. Nicht im Fokus stehen die Management- und Administrations-Dashboards, die als Service über das Internet angeboten werden und sich hauptsächlich auf die Überwachung von Public Cloud-Instanzen beziehen, wie z.B. webbasierte Admin-Services für Amazon AWS oder Rackspace-Implementierungen.

Innerhalb der drei verschiedenen Bereiche des Cloud Technologies-Stacks - Infrastruktur, Middleware und Management – weist letztgenannter die höchste Dynamik und Innovationsgeschwindigkeit auf. So hat sich die Mehrheit der Lösungen gegenüber dem letzten Jahr deutlich weiterentwickelt. Dies gilt für den Funktionsumfang der Lösungen, deren Integrationsmöglichkeiten in Technologien von Drittanbietern und vor allem für die Gestaltung der Benutzeroberflächen. Der Wettbewerb zwischen einer Vielzahl junger Softwarefirmen und den etablierten, globalen Technologielieferanten ist voll entbrannt, zudem bildet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Kooperationen und Allianzen.

Wettbewerbsseitig haben die etablierten Akteure deutlich die Nase vorn, können sie doch auf bestehende Kundenbeziehungen, enorme Marketingbudgets sowie ein eingespieltes Vertriebs- und Channelsystem zurückgreifen. Demgegenüber punkten die jungen Softwareunternehmen wie z.B. Zimory, Eucalyptus oder Abiquo mit einer schnelleren Taktrate bei den Releases und mit innovativen Features. Zudem können die jungen Softwareunternehmen im Rahmen ihrer Produktentwicklung vollkommen unabhängig agieren und können sich so voll an den Kundenanforderungen ausrichten, während einige der etablierten Technologielieferanten auf konzerneigene Produkte, Standards und Strategien Rücksicht nehmen müssen.

Experton hat zu diesem Thema für Anwender ein Evaluierungs-Framework entwickelt, in dem über 110 Entscheidungskriterien zur Auswahl und Bewertung von Cloud Management Software aufgelistet und gewichtet sind. So können IT-Entscheider den Evaluierungsprozess ganzheitlich und auf die unternehmensindividuelle Situation abgestimmt umsetzen. Zentrale Anforderungen bzw. Kriterien finden Sie auszugsweise anbei:

·     Automatisiertes Provisioning von CPU, Storage und Netzwerk-Ressourcen

·     Unterstützung multipler Hypervisor-Technologien (VMware vSphere, KVM, Citrix XenServer, Microsoft Windows Server Hyper-V)

·     Self Service-Portal mit grafischer Benutzeroberfläche

·     Multi-mandantenfähige Architektur (Multi-Tenancy)

·     Templates bzw. Template-Bibliothek für virtuelle Images und Konfigurationen

·     Virtual-to-Virtual Conversion (Umzug von Virtual Images auf andere Hypervisors)

·     Standortübergreifendes Rechenzentrums- bzw. Infrastrukturmanagement

·     Rollenbasiertes Benutzerkonzept

·     Workflow -Engine und Policy Management

·     Anpassung und Verwaltung verschiedener SLAs / SLA-Klassen

·     Pricing und Billing Engine

·     Reporting in Echtzeit und Dashboard

·     Hybrid Cloud-Ansatz (Einbindung Ressourcen von Public Cloud Providern möglich)

·     Mehrsprachigkeit

·     Sicherheitsfeatures auf Enterprise-Niveau

Gemessen an diesen Kriterien haben die für den deutschen Markt relevanten Anbieter im Rahmen des „Cloud Vendor Benchmark 2012“ folgendermaßen abgeschnitten: