Friday, April 30, 2010

Microsoft Trends im Überblick - Teil 2

Seit 2009 sind die Online-Services sowie Cloud-Anwendungen auf Basis von Windows Azure in Deutschland erhältlich und treffen laut Aussagen von Microsoft auf ein starkes Interesse im Markt. An Leuchtturmprojekten fehlt es jedenfalls nicht – Unternehmen wie Daimler oder Deutsche Post sind mit dabei: Die Daimler AG hat gemeinsam mit Microsoft eine Applikation in der Microsoft Azure-Cloud entwickelt, bei der Fahrer des „fortwoelectricdrive“ den Ladevorgang der Batterie verfolgen oder den Standort des Fahrzeuges und die nächsten Elektrotankstellen auf einer interaktiven Bing-Map 3D-Ansichten darstellen.

Ein weiteres Leuchtturm Projekt in diesem Themenfeld ist sicherlich die Partnerschaft von Microsoft und der Deutschen Post im Rahmen einer gehosteten CRM-Lösung für Dialogmarketing, Vertrieb und Service. Diese Partnerschaft ist auch vor dem Hintergrund zu würdigen, dass die Deutsche Post selber nicht auf das CRM-System von Microsoft setzt. Bei dieser strategischen Partnerschaft geht es um gehostete CRM-Dienste. Auf Grundlage von Microsoft Dynamics CRM bietet die Deutsche Post ihren Geschäftskunden eine Plattform für Dialog-, Vertriebs- und Servicemanagementdienste über das Internet an. Anwender können ihr eigenes Kundenmanagement sowie verschiedene Dialogmarketingaufgaben über Dynamics CRM realisieren.

Auch für den ERP-Bereich hat Microsoft verschiedene Online-Services in der Pipeline. Dazu zählen exemplarisch ein auf der Windows Azure-Plattform basierender Site Service, ein Commerce Service und erweiterte Payment Services.
Eine Vielzahl von renommierten Anbietern und Herausforderern tummeln sich mittlerweile im Thema Cloud. Während manche eine „Deutsche Cloud“ fordern, beschäftigen sich andere mit dem Business: Microsoft Azure, Google AppEngine, Amazon AWS – welche die richtige oder passende Cloud-Plattform für den Anwender ist, ist aufgrund der derzeitigen Marktdynamik und einer Vielzahl von Produktankündigungen nur schwer zu bemessen.

Das zum Markt angelegte klare Bekenntnis von Microsoft im Themenfeld Cloud-Computing gibt sowohl Anwendern als auch Partnern ein positives Signal. Auch die Investitionen in Rechenzentren in Irland und im holländischen Amsterdam setzen starke Zeichen. Doch die Herausforderungen dürfen nicht unterschätzt werden.



Microsoft muss sowohl Anwender als auch Entwickler motivieren auf den „bereits fahrenden Zug“ aufzuspringen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ankündigungen und Pläne in den kommenden zwölf bis 18 Monaten in die Realität umsetzen lassen. Insbesondere die Adaption bei kleineren und mittelständischen Unternehmen, sowie in Unternehmen deren IT-Verständnis nicht zwingend avantgardistisch ist, bleibt spannend. Gleichfalls müssen die Microsoft-Mitarbeiter auf die Reise mitgenommen werden. Auch ist fraglich, ob Microsoft in diesem Geschäftsbereich weiterhin die traditionell hohen Margen (Grossmargin von 80,9 % im zweiten Quartal des FY10) erzielen kann.

Tuesday, April 27, 2010

Dr. Carlo Velten im Deutschlandfunk-Interview

In seiner Rubrik "Computer und Kommunikation" berichtete der Deutschlandfunk kürzlich über den aktuellen Stand des Cloud Computings in Deutschland und die Ergebnisse der aktuellen Herstellerbewertung "Cloud Vendor Benchmark 2010" der Experton Group. Das Interview mit Senior Advisor Dr. Carlo Velten und den Artikel in Kurzform finden hier.

Microsoft Trends im Überblick - Teil 1

Im Microsoft-Universum bewegt sich aktuell einiges. Das Unternehmen „überschüttet“ den Markt aktuell mit einer Vielzahl von Produkten, Schlagworten und neuen – oder gebrauchten – Themen: Cloud Lösungen, Windows Phone oder Partnerökosystem sowie Produkteinführungen von Sharepoint 2010, Office 2010 und einer Vielzahl weitere spannender Lösungen prasseln auf die IT-Welt ein. Aus diesem Grund geht Experton Group Analyst Axel Oppermann einigen zentralen Trends nach und gibt einen zusammenfassenden Überblick über einige zentrale Themen und Aktivitäten von Microsoft.

In einem turbulenten Wirtschaftsumfeld ist die Fähigkeit, Unsicherheit zu handhaben, ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Kaum einem Unternehmen der Software bzw. IT-Branche ist es gut gelungen, die Herausforderungen der letzten 18 Monate so professionell zu lösen. Während andere etablierte Softwareanbieter nicht erst seit der Entlassung des Vorstands in einem gefühlten Wachkoma liegen, liefert Microsoft eine Produkt- und Innovationsoffensive nach der anderen ab. Beflügelt wird das Unternehmen hierbei nicht nur durch die durchweg positiven Aussagen von Analysten, Journalisten und besonders von Anwendern zu der jüngsten Client OS Version Windows 7. Getrieben wird Microsoft vielmehr durch die Herausforderungen von alten und neuen Wettbewerbern wie Google, Apple, Oracle oder IBM. Und während Anbieter wie exemplarisch Apple für scheinbar innovative Produkte wie das iPad gefeiert werden, und dabei Praktiken anwendet, für welche Microsoft über Jahre gescholten wurde (exemplarisch Abschottung der Systeme zum Wettbewerb oder fehlende Interoperabilität) konzentriert sich Microsoft auf das, was das Unternehmen am besten kann: die Entwicklung von Software und Marketing.


Top Thema - Office 2010 und Sharepoint 2010




Office 2010, SharePoint 2010, sowie die in der öffentlichen Diskussion leider viel zu oft vernachlässigten Produkte Visio 2010 und Project 2010 werden im April RTM-Status erreichen. Microsoft hat bei all diesen Produkten eine Vielzahl von neuen und nützlichen Funktionalitäten eingeführt. Die durchgängige Gestaltung des UI über das innovative Ribbon-Konzept erleichtert die Bedienung nachhaltig. Funktionalitäten und Optionen wie der Outlook Social Connector werden insbesondere in kollaborativen Arbeitsumgebungen auf großes Interesse stoßen. Der Outlook Social Connector (OSC) integriert die Kommunikations-Historie sowie Feeds aus Unternehmensnetzen und sozialen Netzwerken in Outlook. Partnerschaften mit Netzwerken wie XING oder LinkedIn werden schnell für einen enormen Hype sorgen. Auch wenn mit den neuen Versionen viele Arbeitsschritte oder Prozesse schneller durchgeführt werden können, liegt der Nutzen der 2010er Generation nicht in der Verbesserung einzelner Schritte. So interessiert niemanden wirklich, ob eine oder 1,8 Sekunden für eine Aufgabe benötigt wird, oder ob der Mitarbeiter zwei oder dreimal klicken muss. Vielmehr entsteht für das Anwenderunternehmen aus der Gesamtheit der Verbesserungen der Vorteil. Verkürzungen von Durchlaufzeiten über einzelne Arbeits- und Prozessschritte hinweg, konsolidierte Aufarbeitung und Darstellung von relevanten Informationen sowie verbesserte Qualität des gesamten Prozess sind die wirklichen Vorteile. Die größte Herausforderung für Microsoft und die Partner wird jedoch darin liegen, insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen von diesen Vorteilen zu überzeugen.



Für Geschäftskunden werden Office 2010 und damit verwandte Produkte weltweit ab dem 12. Mai 2010 verfügbar sein. Ab Juni werden die Editionen dann im Handel verfügbar sein. Microsoft setzt auch bei der Einführung von Office auf das bei Windows 7 erfolgreich eingesetzte Marketinginstrument „Tech GuaranteeProgram“. Ziel dieser Garantie ist es, neben der Verbesserung der Kundenbeziehung, keine Kaufzurückhaltung in der Übergangsphase zwischen Office 2007 und 2010 aufkommen zulassen. Im Microsoft-Marketing-Deutsch klingt es dann wie folgt: „Mit der Technologie-Garantie muss kein Kunde, der sein Office 2007 ab 5. März als Einzelhandelspaket, Systembuilder-Variante, vorinstalliert auf dem PC oder via Telekommunikationsanbieter erworben hat, davor Angst haben, dass dieses im Sommer obsolet ist. Er kann ohne weitere Lizenzkosten auf die entsprechende Nachfolge-Version von Office 2010 migrieren.“
Die (selbstverständlich) unverbindlichen Preisempfehlungen für die im Handel verfügbaren Editionen von Office 2010 beginnen bei ca. 100 Euro und enden an bei knappen 700 Euro. Das Produktpaket Microsoft Office Home and Student 2010 wird in Deutschland für 139 Euro als Produktpaket (und als Variante Product Key Card für 109 Euro) erhältlich sein, die Topvariante Office Professional 2010 welche für „Poweruser mit besonders anspruchsvolle Aufgaben“ bestimmt ist wird als Produktpaket für 699 Euro (mit Product Key Card für 499 Euro) erhältlich sein.
Es ist jedoch zu erwarten, dass insbesondere Retailer wie Mediamarkt & Co. die Produkteinführung zeitnah mit starken Preis- und Marketingaktionen begleiten werden. Solche Aktionen werden den IT-Fachhandel und kleine Reseller unter Druck setzten – Unternehmen die oftmals langjährige Partner von Microsoft sind. Ferner wird für Unternehmen, mit 5 bis 50 PCs die Versuchung groß sein, ihren Bedarf nicht über Volumenlizenzen zu decken, sondern über den Handel als Einzelprodukt. Für Microsoft entstehen hierdurch zwei Herausforderungen: Da sich die Kunden in keiner „gemanagten“ Vertragsbeziehung befinden erschweren sich einerseits mögliche UpSell bzw. CrossSell-Optionen. Auf der anderen sind Seite diese Unternehmen potenzielle Produktwechsler – also Unternehmen, die sehr affin auf Angebote von Google (Apps), Adobe oder IBM reagieren werden. In einem Vergleich „Microsoft vs. „the World“ ist Microsoft Office der Benchmark, an welchem sich der Wettbewerb messen muss. Im Gegensatz zum extrem preisbewussten bzw. preissensiblen Privatkundengeschäft zählt im Business-Segment neben dem Preis noch immer die Leistung einer Lösung. Auch deshalb werden Unternehmen wie Google & Co. die traditionelle Microsoft Cashcow „Office“ in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht wirklich angreifen können.
Für viele Anwender wird sich die Produktbundle- und Preispolitik von Microsoft für Office weiterhin nicht erschließen. Hier verfolgt Microsoft noch immer die alte Angewohnheit, Produkte in die Editionen zu integrieren, welche vom Anwender weder gewünscht noch wirklich benötigt werden - bzw. in anderen Editionen essentiell wichtige Bestandteile vorzuenthalten. Bestes Beispiel hierfür ist der Publisher und in den überwiegenden Fällen auch Access. Hier werden Werte vermittelt, welche für den User de facto nicht vorhanden sind. Auch ein Preis von: 189 Euro im Produktpaket für Outlook lässt sich nur durch die Dominanz von Microsoft in diesem Marktsegment begründen.

Friday, April 16, 2010

Cloud Vendor Benchmark 2010 - Großes Medienecho

Das Interesse, wer zukünftig die Cloud regiert ist groß. So versammelten sich rund 30 Journalisten zur Vorstellung erster Ergebnisse der aktuellen Experton Group Studie "Cloud Vendor Benchmark 2010" im Literaturhaus in München zum Pressefrühstück. Nach Einführung von Andreas Zilch, erläuterten Dr. Carlo Velten und Steve Janata die Positionierung und Stärken/Schwächen der einzelnen Cloud-Anbieter, die im deutschen Markt aktiv sind. Erste Reaktionen und Kommentare auf die Studienergebnisse finden sich u.a. bei Computerwoche, ZDNET. Die ersten öffentlichen Ergebnisse sowie das vollständige Inhaltsverzeichnis finden Sie auf unserer Studien-Website.